Banca March prognostiziert nachhaltiges Wachstum für 2025 und zeigt sich optimistisch in Bezug auf Risikoanlagen 28 Januar 2025 Kategorie: Grupo Banca March Die Weltwirtschaft steuert auf eine sanfte Landung zu und dürfte 2025 dank einer robusten Beschäftigungslage und steigender Konsumausgaben um 3,2 % wachsen. „Ein proustianischer Moment, mehr als ein Trump-Jahr“ – ein Haushaltsdefizit von 7 % des BIP und eine Inflation von 3 % lassen dem US-Präsidenten nur begrenzten Spielraum für wirtschaftspolitische Maßnahmen. Während sich die Inflation weiter abschwächt, bleiben Herausforderungen bestehen: Steigende Löhne und höhere Zölle dürften den Inflationsdruck aufrechterhalten. Die Leitzinssenkungen werden sich fortsetzen, allerdings in unterschiedlichem Tempo: Ein geringeres Wachstum in der Eurozone wird die Kürzungen der EZB beschleunigen. Für 2025 werden -100 Basispunkte geschätzt, verglichen mit -50 Basispunkten für die Fed. Festverzinsliche Wertpapiere werden eine Quelle für reale Renditen für Portfolios sein, wobei europäische Qualitätsanleihen bevorzugt werden. Darüber hinaus eröffnet sich nach dem jüngsten Rückgang der langen Tranchen der Staatsverschuldung eine Gelegenheit, die Duration zu erhöhen. Bei Aktien bleibt die Bank zuversichtlich, da sich der Konjunkturzyklus verlängert und die Unternehmensgewinne weiter steigen. Besonders attraktiv erscheint der US-Aktienmarkt, insbesondere Unternehmen mit geringer und mittlerer Marktkapitalisierung. Diese blieben bei den jüngsten Kursanstiegen zurück, dürften nun aber von der binnenwirtschaftlichen Dynamik unter der neuen Regierung und einem breiter gefächerten Gewinnwachstum profitieren. Zu den bevorzugten Sektoren zählen Technologie, Gesundheit und Verteidigung. Das Marktstrategieteam der Banca March geht davon aus, dass sich der Konjunkturzyklus fortsetzt und die Weltwirtschaft ein neues Gleichgewicht erreicht. Die wirtschaftliche Dynamik dürfte anhalten und das globale BIP im Jahr 2025 um 3,2 % wachsen – ein Wert, der leicht unter, aber nahe dem historischen Durchschnitt liegt. Gestützt durch niedrige Arbeitslosenquoten und steigende Löhne dürften die Einkommen der privaten Haushalte weiter zunehmen, so dass der private Konsum die treibende Kraft des Wachstums bleibt. Die sanfte Landung der Weltwirtschaft wird weiterhin von den USA angeführt, wo sich das Wachstum moderat auf 2,6 % verringern dürfte. Im Euroraum zeichnet sich eine Erholung ab: Nach einem schwachen Vorjahr mit einem Wachstum von 0,8 % werden für 2025 1,2 % erwartet. Dennoch bleiben die Herausforderungen groß – insbesondere für Deutschland, die wirtschaftliche Lokomotive der Eurozone. Notwendige Reformen und Konjunkturpakete sind entscheidend, um die Restrukturierung des Landes voranzutreiben und aus der Rolle des „kranken Mannes Europas“ der letzten Jahre herauszukommen. Im Gegensatz dazu haben dienstleistungsorientierte Volkswirtschaften, insbesondere vom Tourismus abhängige Länder wie Spanien, weiterhin Rückenwind. In China haben die Konjunkturmaßnahmen bislang nicht zu einer spürbaren Belebung der Binnennachfrage geführt, die immer noch unter den Folgen der Immobilienkrise leidet. Zudem dürften die von Trump zu erwartenden höheren Zölle das Wirtschaftswachstum des asiatischen Riesen zusätzlich belasten. Die neue Trump-Ära: Begrenzter Handlungsspielraum Trotz seiner starken politischen Legitimation steht Trump 2025 vor einem völlig anderen wirtschaftlichen Umfeld als 2016. Ein deutlich höheres Staatsdefizit (-7 % des BIP), eine steigende Staatsverschuldung (123 % des BIP) und hohe Zinsen werden seinen realen Handlungsspielraum erheblich einschränken. Auch im internationalen Handel bleibt die Lage angespannt. Die USA, als vergleichsweise autarke Volkswirtschaft, erheben derzeit niedrigere Zölle als andere Regionen – beispielsweise 3,5 % auf europäische Produkte, während Europa US-Produkte mit 5 % verzollt. Dennoch sind sie nicht immun gegen einen Handelskrieg. Sollte Trump seine aggressivsten Zollankündigungen umsetzen und andere Wirtschaftsräume mit Gegenmaßnahmen reagieren, könnte die US-Wirtschaft um bis zu 1 % ihres BIP geschwächt werden – zumal Absatzmärkte wie Kanada, Mexiko, die EU und China zusammen 57 % der gesamten US-Exporte ausmachen. Inflation: Weitere Verlangsamung, aber mit Herausforderungen Die Banca March prognostiziert eine fortschreitende Normalisierung der Inflation, jedoch mit anhaltenden Hindernissen. Besonders die Lohnerhöhungen werden weiterhin für Inflationsdruck sorgen – vor allem im Dienstleistungssektor, der sich als widerstandsfähiger gegenüber Preisrückgängen erweist. In den USA wird für 2025 eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,6 % erwartet, während sie in der Eurozone voraussichtlich bei 2 % liegen wird (Kerninflation: 2,4 %). Zusätzliche Risiken gehen von möglichen Zollerhöhungen und einer zunehmenden Fragmentierung des Welthandels aus, die den Inflationsrückgang weiter bremsen könnten. Bei den Energiepreisen zeichnen sich gemischte Effekte ab: Während die schwache Nachfrage in China und die steigende US-Produktion den Ölpreis deckeln dürften, bleibt der europäische Erdgasmarkt anfällig für Angebotsengpässe. Dies könnte sich als eines der größten Inflationsrisiken für Europa erweisen. Zentralbanken: Einheitliche Richtung, unterschiedliches Tempo Die wirtschaftliche Dynamik der USA dürfte die Federal Reserve zu einer vorsichtigeren Lockerung ihrer Geldpolitik veranlassen. „Wir erwarten für 2025 lediglich zwei Zinssenkungen, da die US-Wirtschaft weiterhin robust bleibt“, so die Einschätzung der Banca March. Im Gegensatz dazu wird die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich einen aggressiveren Kurs verfolgen. Erwartet werden vier Zinssenkungen um insgesamt 100 Basispunkte, bis der neutrale Zinssatz erreicht ist, der bei rund 2 % gesehen wird. Finanzanlagen: Anleiherenditen dürften über der Inflation liegen, Aktien bleiben aufgrund des Gewinnwachstums attraktiv Die Banca March erwartet für 2025 positive reale Renditen in allen festverzinslichen Segmenten. Die jüngsten Marktbewegungen haben dazu beigetragen, die über die letzten zwei Jahre bestehende Anomalie einer negativen Laufzeitprämie zu korrigieren. „Die Rückkehr einer positiven Zinsstrukturkurve beseitigt die Opportunitätskosten für Investitionen in länger laufende Anleihen und sorgt gleichzeitig dafür, dass Duration als Schutzmechanismus gegen negative zyklische Überraschungen an Bedeutung gewinnt“, so die Experten der Bank. Die Banca March bevorzugt in einem Szenario der sanften Landung Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen. Die beste Rendite-Risiko-Kombination findet sie bei europäischen Unternehmensanleihen mit hoher Bonität. In Bezug auf Aktien bleibt die Banca March optimistisch, da der anhaltende Konjunkturzyklus es den Unternehmen ermöglichen wird, ihre Gewinne weiter zu steigern. Historisch gesehen sind die Aktienmärkte in Phasen einer sanften Landung, wie wir sie derzeit erleben, nach der ersten Zinssenkung um durchschnittlich 17 % gestiegen. Gleichzeitig weist die Bank darauf hin, dass „wir angesichts der aktuell hohen Bewertungsniveaus für 2025 mit einem leichten Rückgang der Bewertungskennzahlen rechnen. Steigende Unternehmensgewinne und sinkende Finanzierungskosten dürften die Aktienmärkte aber weiter antreiben.“ Auf regionaler Ebene spricht sich die Banca March klar für US-Aktien aus. Ausschlaggebend dafür sind die höhere Gewichtung des Technologiesektors (+12 Prozentpunkte im Vergleich zu anderen Regionen wie Europa), die überdurchschnittliche Qualität der Unternehmen sowie das breiter gestreute Gewinnwachstum (der S&P 500 ohne die „Magnificent 7“, der sogenannte „S&P 493“, dürfte sein Gewinnwachstum 2025 um das 2,5-Fache auf +12 % beschleunigen). Für die europäischen Aktienmärkte empfiehlt die Banca March eine neutrale Positionierung. Die europäischen Unternehmen sind zwar stark in den USA engagiert, das tatsächliche Risiko ist jedoch begrenzt: Rund ein Viertel ihrer Einnahmen stammt aus dem Dienstleistungssektor, der nur schwer besteuert werden kann. Zudem spiegeln die aktuellen Bewertungen mit einem Abschlag von 6 % gegenüber dem historischen Durchschnitt bereits ein pessimistisches Szenario wider. Jede gute Nachricht könnte daher die Kurse in die Höhe treiben. Auf Sektorebene empfiehlt die Bank eine höhere Gewichtung in drei Segmenten, in denen sie ein überdurchschnittliches Investitions- und Ausgabenwachstum erwartet. Bevorzugt wird der Technologiesektor, der weiterhin von der neuen Investitionswelle in künstliche Intelligenz profitieren dürfte. Auch im Gesundheitssektor rechnet die Bank mit höheren Bewertungen, da hier langfristig ein solides Gewinnwachstum zu erwarten ist. Zudem sind die aktuellen Bewertungen unterdurchschnittlich (12-Monats-KGV von 16,7 gegenüber dem historischen Durchschnitt von 17,9). Schließlich dürfte der Verteidigungssektor mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus von steigenden Militärausgaben profitieren. Darüber hinaus gewinnen Themen wie Cybersicherheit in der aktuellen geopolitischen Lage weiter an Bedeutung.