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Banca March prognostiziert ein solides Wachstum über dem historischen Durchschnitt, das sich jedoch im Vergleich zum ersten Halbjahr etwas abschwächt.

05 Oktober 2021 Kategorie: Banca March

Das Marktstrategie-Team von Banca March ist der Meinung, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal die stärkste Erholungsphase hinter sich gelassen hat und in einen weniger expansiven Zyklus eintritt.

  • Die Weltwirtschaft tritt in eine reifere Zyklusphase ein und wird im Jahr 2022 weniger wachsen, nämlich um 4,6 % – im Vergleich zu 5,6 % in diesem Geschäftsjahr. Dies liegt vor allem an den Spannungen in den Lieferketten und der Konjunkturabschwächung in China.
  • Im Zusammenhang mit der Inflation unterstreicht das Verwaltungsunternehmen, dass der Begriff „vorübergehend“ nicht mit „kurz“ zu verwechseln sei. Die Preise werden sich erst in der zweiten Hälfte 2022 in einem für die Zentralbanken komfortablen Rahmen befinden.
  • Dieses makroökonomische Szenario und gleichzeitig der schrittweise Rückzug der Zentralbanken weisen auf ein volatileres Umfeld hin. Deshalb wird geraten, die zyklische Komponente der Portfolios zu reduzieren und die Gewichtung im Bereich Gesundheit gegenüber dem individuellen Verbrauch zu erhöhen. Zudem wird empfohlen, sich durch eine gesteigerte Gewichtung des Finanzsektors auf eine Situation höherer Zinssätze vorzubereiten.
  • Die Bank weist vor allem auf die Notwendigkeit hin, die Anlagestrategien an eine sich ständig ändernde Welt anzupassen. Darüber hinaus unterstreicht sie, wie wichtig es ist, weiterhin den Branchen mit hoher, langfristiger Wachstumskapazität Gewicht zu verleihen. In diesem Zusammenhang wird auf entsprechende Chancen in den Bereichen Energie, Technologie und Digitalisierung hingewiesen, also Branchen, in die ein Großteil der staatlichen Beihilfen fließen wird.
  • In Spanien wird das BIP um 5,5 % steigen und damit Mitte 2022 den Stand von vor der Krise erreichen, u. a. auch infolge der allmählichen Verbesserung der Tourismusbranche und des Eintreffens der EU-Mittel.

Das Marktstrategie-Team von Banca March ist der Meinung, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal die stärkste Erholungsphase hinter sich gelassen hat und in einen weniger expansiven Zyklus eintritt. Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr um 5,6 % steigen und 2022 um 4,6 %, also mit einem geringeren, jedoch soliden Rhythmus, der über dem historischen Durchschnitt (2,9 % seit 1980) liegt. Unter Führung der USA ist die Welt bereits jetzt wieder auf ein BIP-Niveau von vor der Krise gelangt und es ist zu erwarten, dass die Eurozone diesen Stand ab Dezember erreichen wird. 

Nach den nie dagewesenen medizinischen Anstrengungen, dank derer es in nur 9 Monaten gelungen ist, dass 45 % der Weltbevölkerung bereits mindestens die erste Dosis der COVID-Impfung erhalten haben, wird die wichtigste Unterstützung für das Wachstum die private Nachfrage sein, die infolge der angesammelten Ersparnisse während der schweren Monate der Pandemie und der Erholung des Arbeitsmarktes stark bleiben wird.

Spanische Wirtschaft 

Aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Tourismusbranche ist für die spanische Wirtschaft eine langsamere Überwindung der Krise abzusehen, d. h., das Niveau des BIP von vor der Krise wird erst Mitte 2022 erreicht werden. Im Gegensatz zur Eurozone und der Weltwirtschaft ist hier im Vergleich zu 2021 für das Jahr 2022 ein schnelleres Wachstum zu erwarten (5,5 % bzw. 6,4 %). Dank des bemerkenswerten Fortschritts der Impfrate in Europa wird es möglich sein, dass sich die Verbesserung, die in der spanischen Tourismusbranche zu beobachten war – die bis August kumulierten Übernachtungen haben die Zahl von 2019 bereits um über 8 % übertroffen –, auch auf das Segment aus dem Ausland ausdehnen wird. Infolge dieses Kontexts sowie mit dem Eintreffen der EU-Mittel ist abzusehen, dass sich der Anstieg des BIP in Spanien beschleunigen wird.

Inflation und Währungspolitik 

Der drastische Anstieg der Nachfrage infolge der großen Wiedereröffnung zu einem Zeitpunkt mangelnder Bestände wirkt sich auf die Lieferketten aus und verursacht zahlreiche Engpässe sowie Preisanstiege bei den Rohstoffen.

Banca March hält die inflationären Spannungen, die derzeit zu beobachten sind, für vorübergehend, unterstreicht jedoch, dass der Begriff „vorübergehend“ nicht mit „kurz“ zu verwechseln ist. Beispielsweise steht in den USA, wo der Preisanstieg bei einigen der Güter, die am meisten zu den jüngsten Erhöhungen geführt haben, wie Gebrauchtwagen, Reisen und Hotels, zu erwarten, dass die Inflationsrate zum Jahresende bei 4,4 % liegen wird. Die Wirtschaft wird voraussichtlich erst Mitte des nächsten Jahres wieder zu einer Inflationsrate zurückkehren, die mit den Zielen der FED in Einklang stehen. Die Eurozone, in der diese Entwicklung um ein halbes Jahr verzögert ist, wird weiterhin zusätzlichen Preisanstiegen gegenüberstehen, die dann im April 2022 wieder auf etwa 2 % zurückgehen werden.

Im Zusammenhang mit den Zentralbanken ist man bei Banca March der Meinung, dass diese ihre Strategie der schrittweisen Rücknahme der Anreize beibehalten werden. Im Falle der FED ist zu erwarten, dass sie ihre Ankäufe von Anleihen ab November um monatlich 15 Milliarden $ zurückschrauben wird, bis ihr aktuelles Programm von 120 Milliarden $ abgeschlossen ist. In der Eurozone wird der Prozess langsamer erfolgen und es ist möglich, dass ab März mit der Finanzierung des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) weiterhin über das APP (Asset Purchase Programme) Eingriffe in die Märkte erfolgen werden.

Der „Normalisierungsprozess“ der Währungspolitik in einem Umfeld der nie dagewesenen Anreize stellt die größte Bedrohung dar, der die Märkte je ausgesetzt waren. Die Zweifel im Zusammenhang mit dem Rhythmus der Anreizrücknahme und der Dauer der Inflation führen zu einem Anstieg der Volatilität.

Märkte

Die variabel verzinsten Anlagen werden weiterhin der interessanteste Markt sein, insbesondere deshalb, weil sich die Unternehmensergebnisse verbessert und inzwischen bereits den Stand von vor COVID um 12 % übertroffen haben. Es wird davon ausgegangen, dass es auch weiterhin von grundlegender Bedeutung ist, die Branchenposition an die Zyklusphase anzupassen. Im ersten Halbjahr wiesen die zyklischeren Branchen einen starken Anstieg auf, jetzt jedoch werden diejenigen vorgezogen, die langfristig von dem allmählichen Zinsanstieg profitieren, wie beispielsweise die Finanzanlagen. Darüber hinaus wird auch eine ausgeglichenere Branchenpositionierung empfohlen, mit einer höheren Bewertung der Gesundheit gegenüber den Unternehmen im Bereich des individuellen Verbrauchs, ebenso wie die Investition in Unternehmen, die angesichts des Preisanstiegs bei den Rohstoffen die Preise festlegen können. Und schließlich werden von den Märkten auch die vom Energiewandel, der technologischen Transformation und der Digitalisierung begünstigten Bereiche bevorzugt werden. In diesem Sinne wird es notwendig sein, eine genauere Auswahl zu treffen und die größeren Unternehmen, die von eventuellen Vorschrifts- und Besteuerungsänderungen betroffen sind, zu vermeiden. 

Im Bereich der festverzinsten Anlagen wird weiterhin der Kredit gegenüber den Staatsanleihen bevorzugt, und es wird empfohlen, auf kurze Laufzeiten zu achten, da zu erwarten ist, dass in den kommenden Monaten die langfristigen Zinsen ansteigen (1,8 % für die US-Staatsanleihen und 0 % für die deutschen Staatsanleihen). Bei festverzinsten Wertpapieren der Schwellenländer hat Banca March ihre Exposition gegenüber den chinesischen, auf Renminbis lautenden Staatsanleihen verkauft. Nach der starken Aufwertung und angesichts einer möglichen expansiveren Wendung dieses asiatischen Landes wurde beschlossen, die Gewinne wahrzunehmen. 

Im Gegensatz zu den börsennotierten Schuldtiteln gehören die Privatanleihen zu den bevorzugten Vermögenswerten, da damit die Illiquiditätsprämie erfasst werden kann, die historisch gesehen unter Stresssituationen geringeren Zahlungsausfällen ausgesetzt war und zudem bessere Erholungsraten aufweist.

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